Zur Oktober-Ausgabe der "Artmuc"

Aktuelle Tendenzen in der europäischen Kunstszene

Zum ersten Mal findet die Artmuc im Rahmen des Kunstherbstes statt: Auf der Münchner Praterinsel und im Isarforum am Deutschen Museum präsentiert die zeitgenössische Messe überwiegend europäische Kunstprojekte. Interessant sind an dieser Ausgabe nicht nur die vielfältigen Arbeiten der 130 nationalen und internationalen Künstler sowie 20 Galerien, sondern auch das Rahmenprogramm, zu dem abgesehen vom Digital Lab, auch Künstlergespräche auf der Art Karlsruhe und Art Basel gehören.

"Imagine no limits" von Ute Roim. Foto: Olga Levina

"Imagine no limits" von Ute Roim.

 

Aufgefallen sind diesmal die Gipsrelief-Arbeiten von Dieter List, die mit Gipsbinden in der "DreiSicht"-Technik erstellt werden. Dabei versteht List unter dem Begriff "DreiSicht"-Objekte, Bilder bei denen der räumliche Standpunkt des Betrachters darüber entscheidet, welches Farberlebnis das Kunstwerk bei ihm auslöst. Für ein interaktives Erlebnis sorgen die ebenfalls empfehlenswerten Lichtobjekte von Stefan Stock, der Maschinen kreativ zweckentfremdet und daraus Kunstwerke konstruiert.

 

Auch Ursula Reiners Mixed-Media-Arbeiten überzeugen durch Botschaften wie: "Auf einer anderen Bühne… in einer anderen Rolle… aber immer noch ich selbst!" oder "Wo bist du, wenn ich nicht an dich denke?". Viele bleiben stehen, lesen und gehen mit einem Lächeln weiter. Interessant sind außerdem Ute Roims minimalistische, emotionale und provokante Portraits, die Acrylmalerei mit Fotografie gelungen vereinen.

 

Besonders empfehlenswert sind Hubert Warters liebevoll gestalteten Illustrationen. Die gezeigten Motive reichen dabei von den Brüdern Wright und Margarete Steiff, bis hin zu Jules Vernes Roman "Von der Erde zum Mond".

 

Eine gelungene Ausstellung, die durch Vielseitigkeit und Qualität besticht.

 

"Artmuc" Kunstmesse, noch bis 20. Oktober 2019, Isarforum und Praterinsel, 80538 München.

 

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