Fantasievolle kinetische Kunst

Subjektiv durchs Objektiv Viele haben sich schon mal eine Zeitmaschine gewünscht, damit sich die Dinge zum Besseren wenden. Laut Charly-Ann Cobdak ist dieser Traum nicht mehr fern: Zur vollen Funktionsfähigkeit ihrer Zeitmaschine fehlt nur noch ein Teil, so die Künstlerin.

Gesehen bei der Finissage in der Galerie Gerhard Grabsdorf, die sich bereits zum viertel Mal temporär in das LowTech Instruments Museum verwandelt hat. Hinter dem Begriff LowTech Instruments steckt Charly-Ann Cobdaks Auseinandersetzung mit Kunstmaschinen. Hergestellt aus Fundstücken, Vexierbildern, Hupen oder Grammophonteilen, die das Flair vergangener Jahrhunderte verbreiten, erzählen sie nicht nur Geschichten, sondern laden auch zum Spielen ein. Kreativ sind auch die Titel, wie: "Zitatographische Betrachtungen unter Berücksichtigung des Raum-Zeit-Kontinuums", "Die Indoor Sommerfrische XXL Maschine – eine kognitive Dissonanzmaschine" oder "Homo Ludens Mechanicus" – eine Maschine, die den spielenden Menschen thematisiert. Das zweckfreie Spiel, fern der zweckgerichteten Effizienz der Industriemaschinen, steht im Vordergrund von Cobdaks Schaffen: Ihre Werke laden die Betrachter ein, selbst aktiv zu werden und die Konstruktionen in Bewegung zu setzen. Besonders interessant sind die "Tschaikowsky-Maschine" und "Die Zeitmaschine" (hier zu sehen), wobei die erste Kindheitserinnerungen an die erste Schallplatte ("Der Nussknacker" von Tschaikowsky) aufgreift. Und die zweite den Transfer zwischen verschiedenen Zeitdimensionen – mit Hilfe eines Wurmlochbohrers – ermöglicht, so die Künstlerin schmunzelnd. Schön zu sehen, wie Leidenschaft am Erfinden und Spielen Gestalt annimmt in Form fantasievoller Maschinen mit quietschenden Antrieben, drehenden Rädern, blinkenden Lichtern, bewegten Figuren und Musik. 

 

Foto: Olga Levina kultur-vollzug.de

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