Rückblick auf die "Stroke Art Fair"

Hauptsache unkonventionell

Auch dieses Jahr zeigte die "Stroke Art Fair" auf der Praterinsel spannende Trends aus Polen, Bulgarien, den USA und anderen Ländern. Erstmalig gelang ihr dabei eine Symbiose aus junger urbaner Kunst und etablierten Münchner Galerien. Die Besucher konnten außerdem die Entstehung von Kunstwerken vom ersten Pinselstrich bis zur Signatur miterleben.

Dieses Werk von FinDac (UK) stand im Mittelpunkt der Stroke 2013. Bild: FinDac

Dieses Werk von FinDac (UK) stand im Mittelpunkt der Stroke 2013. Foto: Intoxicated Demons GmbH

 

Der Veranstalter der Messe, Marco Schwalbe, setzte auf Ästhetik und künstlerische Fertigkeit, statt auf von Händlern künstlich erzeugte Preisrekorde, wie sie immer mehr auch die Kunstmessen dominieren. "Diese Entwicklung lässt die meisten Menschen außen vor. Der Kunstinteressierte fühlt sich eher wie ein New York Tourist auf der 5th Avenue – man staunt über den Luxus, drückt seine Nase am Schaufenster platt, hat aber keinen wirklichen Anteil daran", so Schwalbe. Er will es auch in Zukunft anders machen: Die Stroke soll eine Verbindung von Innovation und Abwechslungsreichtum sein – angeblich sogar ohne ein wirtschaftliches Kalkül.

 

Viele teilnehmende Künstler reflektierten in den gezeigten Arbeiten ihr urbanes Umfeld. Man könnte fast schon an einen neuen Futurismus glauben, so häufig kommt die Großstadt als Thema in den Arbeiten vor. Ob Neo-Surrealismus oder Comic Art, Graffiti oder Skateboard Art – die Stroke bot sich an als Plattform für "subkulturelle Strömungen", so der Veranstalter. Die Brüder Reiko und Marco Schwalbe versuchten beispielsweise die Kunst geradezu zu revolutionieren und sie mit ihren Arbeiten "von ihrem elitären Sockel zu stoßen".

 

Geraldine Porkay, die Inhaberin der Münchner Galerie "Flash", nahm heuer zum ersten Mal an der Messe teil. In der urbanen Kunst sieht sie eine "visuelle Auseinandersetzung gesellschaftlicher, politischer und menschlicher Widersprüche". Diese Auseinandersetzung war hier aber nicht rein visueller Natur, denn das Happening diente auch dem Erfahrungsaustausch zwischen Galerien und Kunstinteressenten.

 

Viele der ausgestellten Arbeiten waren innovativ und gesellschaftskritisch – sie zeigten das wirkliche Leben in vielen Facetten. Die Bilder, Plastiken und Installationen erschienen dabei für den Sammler, ebenso wie für den normalen Besucher, ausdrucksstark und dadurch fesselnd. Mitte Oktober zeigt die Stroke in Berlin erneut, wie das funktionieren kann.  

 

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